Vanlifer enjoying winter sun in the south, escaping the grey

Vanlife im Winter: Wir sind der Kälte in die Sonne entkommen (hier hin)

Xavier 12 min
Kurz gesagt: Im Van erträgt man den Winter nicht, man fährt ihm davon. Zwischen November und März runter an die Algarve, nach Andalusien oder nach Marokko, und schon tauschst du Grau gegen 15-22°C, günstige Nebensaison-Plätze und leere Spots… und du lernst schnell das Eine, was dir niemand sagt: An einem feuchten Tag ist es im Van in der Sonne wärmer als in einer alten Wohnung. Hier erfährst du, wohin, wann und wie du nicht reinfällst.

Also, stell dir die Szene vor: Draußen schüttet es, die Scheibe ist schon wieder beschlagen, und du fragst dich, ob Vanlife im Winter wirklich eine gute Idee ist… Seien wir mal ehrlich. Den Dezember im Norden zu verbringen, gegen Kälte, Feuchtigkeit und die um 3 Uhr nachts leere Gasflasche zu kämpfen, geht (wir haben sogar einen ganzen Ratgeber dazu geschrieben), aber das ist nicht der Weg, den wir gewählt haben. Wir haben es umgekehrt gemacht. Wir haben den Van Richtung Sonne gelenkt.

Und an das erste Jahr erinnere ich mich noch genau: Wir haben die portugiesische Grenze genau am 1. Dezember überquert, wie leicht ramponierte Zugvögel… Seitdem machen wir es jeden Winter (bis wir uns am Ende ganz dort niedergelassen haben, das sagt wohl alles). In diesem Ratgeber erzähle ich dir also, wohin du im Winter der europäischen Sonne folgst, wann du losfährst, und welche Fallen wir auf die harte Tour entdeckt haben. Denn ja, die gibt es.

Wintersonne im Van: deine Fragen

Wohin kann man im Winter mit dem Wohnmobil in die Sonne fahren?

Die sicheren Bänke sind die Algarve (Portugal), Andalusien sowie die Costa Blanca und Costa Cálida (Spanien). Mehr Hitze gibt es auf den Kanaren oder unten in Marokko. Sizilien, Sardinien und Kreta sind eher mild als heiß, mehr Wandern und Kultur als Strand.

Wann sollte man losfahren und wie lange bleiben?

Der klassische Überwinterer-Rhythmus: runter zwischen November und Anfang Dezember, zurück im März-April. Viele aus der DACH-Region bleiben Monate am Stück (Langzeit-Überwintern) und nutzen Stellplätze mit Monatspreisen ab rund 190€.

Welches Ziel ist im tiefen Winter am wärmsten?

Die Kanaren mit 20 bis 25°C das ganze Jahr sind ewiger Frühling. Marokko folgt knapp dahinter (17 bis 22°C tagsüber, aber kühle, windige Nächte). Die Algarve und Andalusien liegen eher um 15 bis 20°C.

Was kostet ein Winter im Süden?

Viel weniger als die Hauptsaison: ganzjährig geöffnete Plätze senken Langzeitpreise um bis zu 30% (Monatspreise ab ~190€), viele Stellplätze sind kostenlos, und Marokko ist unschlagbar (ein gefülltes Sandwich für unter zwei Euro). Überwintern im Süden ist oft günstiger als Heizen im Norden.

Hat man im Van im Süden wirklich weniger kalt als in einer Wohnung?

Erstaunlicherweise ja. Alte Südhäuser sind für die Sommerhitze gebaut: keine Lüftung, kaum Dämmung, also bleibt die Feuchtigkeit hängen. Bei 15°C in einer feuchten Wohnung frierst du, während ein Van in der Sonne jede Wärme einfängt. Das ist das Paradox der Algarve im Winter.

Ist Marokko mit dem Wohnmobil gefährlich?

Nein, solange du organisiert bist. Meide einsame wilde Spots und bleib auf den zahlreichen, günstigen und gut ausgestatteten Campingplätzen und Stellplätzen. Die echte Schwierigkeit ist eher logistisch (dichter Verkehr rund um Marrakesch) als ein Sicherheitsproblem.

Welche Papiere brauche ich, um nach Marokko zu fahren?

Gültiger Reisepass, Fahrzeugschein und vor allem eine grüne Versicherungskarte, die Marokko abdeckt (reine EU-Deckung reicht außerhalb der Union nicht). Touristenaufenthalte betragen meist 90 Tage. Das Fahrzeug wird bei der Einreise vorübergehend eingeführt (Zollformular), der ADAC hat brauchbare Infos.

Gilt die 90-Tage-Schengen-Regel für mich?

Als EU-Bürger bewegst du dich im Schengen-Raum (Portugal, Spanien, Italien, Griechenland) frei, da gibt es keine 90-Tage-Grenze. Relevant wird sie für Reisende von außerhalb der EU und für den Aufenthalt außerhalb des Schengen-Raums wie in Marokko.

Darf man in Spanien und Portugal im Winter wild campen?

In Spanien ist Wildcampen verboten, einfaches Parken bleibt aber toleriert, solange du keine Markise und keine Keile ausfährst (Regeln je Gemeinde, Málaga ist streng). Portugal hat verschärft: bleib auf Stellplätzen und Campingplätzen, die es an der Algarve überall gibt.

Muss man Fähren und Plätze im Winter vorher buchen?

Für Fähren nach Sardinien, Kreta (10h ab Piräus) oder zu den Kanaren (bis zu 40h ab Cádiz) ja: die Verbindungen werden im Winter dünner, also buchen. Plätze findet man leicht, außer auf den Komfort-Stellplätzen, die Rentner an Weihnachten lieben.

Lohnt es sich, den Van auf die Kanaren mitzunehmen?

Das ist Geschmackssache. Die Fähre ab Cádiz kostet rund 170€ und kann bis zu 40 Stunden nach Teneriffa dauern. Viele rechnen nach und fahren ohne Van hin, mit einem Mietwagen vor Ort, oft günstiger. Für einen ganzen Winter mit garantierter Wärme kann sich der Aufwand lohnen.

Wie gehe ich mit Kälte und Feuchtigkeit um, wenn ich im Van bleibe?

Passende Heizung, ein Luftentfeuchter, abgedeckte Scheiben, kontrollierte Lüftung: die ganze Methode steckt in unserem Ratgeber, wie man im Wohnmobil im Winter lebt. Und fürs umgekehrte Problem im Sommer, siehe wie du Hitze im Van vermeidest.

Warum in den Süden fahren, statt gegen die Kälte zu kämpfen

Versteh mich nicht falsch, im Kalten zu überwintern ist nicht unmöglich. Viele machen das hervorragend, und wenn das dein Ding ist, haben wir genau aufgeschlüsselt, wie man im Wohnmobil im Winter lebt (Heizung, Dämmung, Wasser, klirrende Kälte, alles dabei). Aber in den Süden zu fahren ist keine Flucht. Es ist eine völlig logische und sparsame Entscheidung, und das beweise ich dir in vier Punkten.

Erstens die Heizung. Im Januar im Norden läuft deine Heizung non-stop und die Gasflasche schmilzt dir vor den Augen weg… Runter auf 17°C im Schnitt, und dieser Posten bricht ein. Kein Stress mehr wegen einer leeren Flasche mitten in der Nacht, und kein Gas-Nachfüllen mehr von Land zu Land (ein Thema für sich, glaub mir).

Zweitens der Strom. Die Sonne im Süden, selbst tief am Horizont, lädt deine Module viel großzügiger. Wir hatten extra schwenkbare Solarmodule montiert, um dieses flache Winterlicht einzufangen. Wenn die Autarkie deine Schwachstelle ist, lies unseren Beitrag zur Stromversorgung im Off-Grid-Vanlife, das passt gut dazu.

Drittens das Leben draußen. Eine Küstenwanderung an der Algarve am 15. Januar, ein Kaffee auf einer Terrasse in Málaga mitten im Winter… das ist unbezahlbar (na ja, fast, reden wir über Geld). Denn der vierte Punkt ist der Geldbeutel: Campingplätze bis zu 30% günstiger in der Nebensaison, oft kostenlose und leere Stellplätze, billigere Wochenmärkte. Weniger Leute, kleinere Preise, genau das Gegenteil von dem, was alle im Juli machen. Und das Gegenteil der Masse, das mögen wir.

Wann losfahren, wie runterkommen und die Sache mit Marokko

Reden wir über den Kalender, denn hier passieren die echten Fehler. Unser Rhythmus, nach mehreren Wintern: runter zwischen November und Anfang Dezember, zurück nach oben im März-April, wenn der Norden wieder lebbar ist. Fährst du zu spät, erwischst du die ersten heftigen Regenfälle unterwegs; kommst du zu früh zurück, wartet das Grau schon auf dich.

Der clevere Move sind Etappen zur Akklimatisierung, statt alles in einem Rutsch durchzuziehen. Eine Nacht in der Camargue, eine in Katalonien, und du gewöhnst dich sanft an die Wärme, während du nebenbei weniger überlaufene Ecken entdeckst. Viele aus der DACH-Region machen daraus übrigens ein echtes Langzeit-Überwintern und bleiben Monate am Stück auf einem Platz, und auf der iberischen Halbinsel findest du Stellplätze mit Monatspreisen schon ab rund 190€. Für die Stopps stützen wir uns auf Park4night und Caramaps (mehr dazu in unserem Ratgeber zu den besten Wohnmobil-Apps).

Als EU-Bürger bewegst du dich im Schengen-Raum (Portugal, Spanien, Italien, Griechenland) frei, da gibt es keine 90-Tage-Grenze, kein Thema. Heikel wird es erst bei Marokko, das außerhalb der EU liegt. Die Überfahrt läuft meist über Algeciras oder Tarifa nach Tanger, du brauchst eine grüne Versicherungskarte fürs Land (die EU-Deckung reicht nicht), und das Fahrzeug wird bei der Einreise vorübergehend eingeführt (Zollformular). Der Touristenaufenthalt beträgt in der Regel 90 Tage, der ADAC hat dazu brauchbare Infos. Nichts Wildes, aber besser vorher klären als an der Grenze.

Unsere Ziele für einen Winter in der Sonne (und das passende Wetter)

Vor dem Detail eine kurze Übersicht der Temperaturen, die dich im tiefen Winter vor Ort wirklich erwarten, damit du deinen Kurs wählen kannst. Spoiler: Je weiter du nach Süden kommst, desto wärmer wird es, aber so einfach ist es nicht immer (Kreta im Winter zum Beispiel ist mild, aber kein Strandwetter).

Durchschnittstemperaturen im Winter (Tag, °C)

ZielDezemberJanuarFebruarGut zu wissen
Algarve (PT)15-18°15-18°15-18°Unser Hauptsitz: mild, aber feucht
Andalusien (ES)15-20°15-20°15-20°320 Sonnentage pro Jahr
Sizilien (Küste)15-20°15-20°15-20°Ätna im Hintergrund
Sardinien12-16°11-15°12-15°Kühl: mehr Wandern
Kreta14-18°12-16°13-16°Sehr weit, lange Fähre
Kanaren20-25°20-25°20-25°Die heißesten (aber 40h Fähre)
Marokko (Südküste)18-22°17-21°18-22°Tagsüber warm, kühl und windig nachts

Grün = die heißesten, grau = kühler. Richtwerte für den Tag an der Küste.

Jetzt das Detail. Eine kleine Hausregel zur Ehrlichkeit: Von den sieben gibt es drei, die wir im Winter wirklich im Van erlebt haben (die Algarve, Andalusien und Marokko), und vier, die wir ernsthaft empfehlen, ohne so zu tun, als hätten wir den Van dort im Januar geparkt. Ich sage dir jedes Mal, was Sache ist.

1. Die Algarve, Portugal: unser Winterquartier

Natürlich fangen wir mit der an, die wir in- und auswendig kennen (so sehr, dass wir jetzt dort leben). Die Algarve ist die sichere Bank für Wintersonne im Wohnmobil, und damit sind wir klar nicht allein: Im ersten Jahr verbrachten wir Weihnachten auf einem örtlichen Stellplatz, und ich war platt, ihn zu 95% voll vorzufinden… voller Rentner, die zum Überwintern runtergekommen waren. Ein ganzes kleines Saisondorf, mit seinen Stammgästen.

Beim Wetter kannst du mit milden 15 bis 18°C rechnen. Ehrlich, ein Genuss: Ende Dezember über einen leeren Strand zu laufen, nicht zum Sonnenbaden, sondern für die Meeresluft und das Licht, mitten im Winter, ist Gold wert. Die goldenen Klippen, die wilden Buchten, Lagos, Faro oder Tavira, die zu ihrer Ruhe zurückfinden… ein ganz anderes Gesicht. Zum Vertiefen haben wir unsere Reiseführer für Lagos mit dem Wohnmobil und Faro.

Bordeira Beach in Portugal with lush dunes and the ocean in the background under a slightly cloudy sky.

2. Andalusien, Spanien: Sonne und Kultur im Überfluss

Andalusien strahlt im Winter regelrecht. Mit der Costa del Sol und ihren berühmten 320 Sonnentagen im Jahr liegst du gemütlich zwischen 15 und 20°C, genug, um selbst im Januar draußen zu leben. Málaga, Ronda, die weißen Dörfer… eine Mischung aus Kultur und Authentizität, die ohne das Sommergedränge viel besser schmeckt. Tipp für die DACH-Camper: Die Costa Blanca und die Costa Cálida (rund um Mazarrón) sind die Klassiker zum Langzeit-Überwintern, mit hunderten ganzjährig geöffneten Plätzen, auch wenn es dort im Hochwinter voll werden kann. Zum Parken ist der Stellplatz Camper Málaga Beach, 200 m vom Strand, eine sichere Sache (Warmwasser, einfaches Entsorgen, Meer direkt davor).

Und wenn du es urbaner magst, ab nach Sevilla. Wir waren mehrmals dort, einmal mitten an Weihnachten (ja, das geht problemlos), und die Architektur, die Stimmung, die sonnigen Gassen… ein Favorit, den wir in unserem Sevilla-Reiseführer mit dem Wohnmobil ausführlich beschreiben. Gleich nebenan ist auch das Dorf El Rocío einen Umweg wert, ganz im andalusischen Wildwest-Stil.

3. Sizilien, Italien: Abenteuer am Fuß des Vulkans

Also, Karten auf den Tisch: Sizilien haben wir im Winter (noch) nicht im Van gemacht. Aber es kommt unter Überwinterern so oft vor, dass wir es nicht weglassen konnten. Was du wissen musst: Die Küste bleibt um die 15-20°C, das Mittelmeerklima ist sanft, und der Ätna bietet einen irren Kontrast (verschneite Wanderungen oben am Morgen, Terrasse in der Sonne am Nachmittag). Die natürlichen Thermalquellen von Segesta, die Campingplätze mit Vulkanblick… das riecht nach entspanntem Abenteuer. Zu beachten: Die Fähren vom italienischen Festland willst du im Winter vorher buchen.

4. Sardinien, Italien: wilde Schönheit

Gleiche Ehrlichkeit: Sardinien ist eine Empfehlung, keine eigene Erfahrung von uns. Aber auf dem Papier (und nach den Rückmeldungen, die wir bekommen) hat es alles für den Winter: eine unberührte, ruhige Natur, leere Strände, grüne Hügel, und weniger Regen als andere Ecken des Mittelmeers. Die Temperaturen liegen eine Spur kühler (12-16°C), es geht also eher um Wandern und Weite als ums Faulenzen. Beim Budget liest man regelmäßig von Campingplätzen unter 10€/Nacht in der Nebensaison, das ist wirklich vernünftig.

5. Kreta, Griechenland: raus aus der Zeit

Kreta, ebenfalls ehrlich: Wir haben dort nicht überwintert. Es ist die Option für alle, die weit und langsam reisen wollen. Das Klima ist sehr mild, die Kultur riesig (Knossos und die archäologischen Stätten ohne einen einzigen Touristen müssen ein Erlebnis sein), aber klar gesagt: Du bist eher bei 12-16°C als in Badehose. Und die Fähre ist eine ernste Sache: Ab Piräus rechne mit rund zehn Stunden, mit reduzierten Verbindungen im Winter. Also buchen, und nicht auf den letzten Drücker.

Panoramic view of Plakias Bay in Crete, turquoise sea and mountains under a clear blue sky.

6. Die Kanarischen Inseln, Spanien: ewiger Frühling

Die Kanaren sind der heilige Gral der garantierten Wärme: 20 bis 25°C das ganze Jahr, sogar im Januar. Der Haken, und der ist groß, ist es, den Van dorthin zu bekommen: Die Fähre ab Cádiz kostet rund 170€ und kann bis zu 40 Stunden nach Teneriffa dauern. Viele rechnen deshalb nach und fahren ohne Van hin, mit einem Mietwagen vor Ort (oft günstiger, seien wir ehrlich). Fuerteventura zum Surfen, die Vulkanlandschaften von Lanzarote… wenn du sichere Sonne willst und dich die Fähr-Logistik nicht schreckt, ist es unschlagbar.

7. Marokko: der echte Tapetenwechsel (und die echte Wärme)

Und wir enden mit dem, das wir gut kennen: Marokko. Es ist nicht Europa, zugegeben, aber es ist so leicht, von Spanien aus rüberzukommen, dass wir es gern als Bonus dazunehmen. Wir waren zweimal dort, zwischen Oktober und Dezember, und da wurde es richtig heiß… In Marrakesch war uns beide Male warm, beim ersten Mal glühend heiß. Ehrliche Feldnotiz trotzdem: Es weht viel Wind, die Tage sind heiß, aber die Nächte kühl, und im November kann dich ein echt frischer Tag erwischen. Pack was für den Abend ein, auch wenn der Nachmittag T-Shirt-Wetter war.

Der Tapetenwechsel dagegen ist total (und genau das macht es unvergesslich). Souks, Märkte, enge Gassen, und ein unschlagbares Budget: Es ist nicht selten, ein gefülltes Sandwich für unter zwei Euro zu ergattern. Mein Herz schlägt für Essaouira, eine windumwehte Küstenstadt mit tollem Streetfood und entspannter Medina. Umgekehrt: viel Glück beim Parken eines Vans nahe Marrakesch, Verkehr und Logistik werden schnell zum Albtraum. Ein letzter, wichtiger Tipp: In Marokko meidest du wilde Spots und bleibst auf Campingplätzen und richtigen Stellplätzen, die sind zahlreich und billig. Um dort verbunden zu bleiben, erklären wir alles in unserem Beitrag zur SIM-Karte für Marokko.

Essaouira ramparts at sunset, serene atmosphere with silhouettes of visitors and flying birds.

Die Falle, von der dir niemand erzählt: die Wohnung kälter als der Van

Also, halt dich fest, denn das ist DAS, was uns jemand hätte sagen sollen. Im ersten Jahr an der Algarve dachten wir, wir wären schlau: Wir mieten eine kleine Wohnung für den Winter und lassen den Van auf einem Parkplatz. Das große Leben, was… Nur hatten wir keine Ahnung, dass die Algarve so feucht sein kann im Winter. Das Ergebnis: bei 15°C drinnen waren wir steifgefroren. Und wir sind bei Weitem nicht die Einzigen, manche werden davon richtig krank.

Warum? Weil die örtlichen Häuser darauf ausgelegt sind, der Sommerhitze zu trotzen: dicke Mauern, keine Lüftung, keine Luftzirkulation, null Dämmung gegen Kälte. Die Feuchtigkeit kommt rein und… bleibt. Ich verstand nicht, warum jeder Laden in der Gegend palettenweise Luftentfeuchter verkaufte. Kein Wunder. Ich habe es sehr schnell kapiert (wir haben am Ende sogar die Vermieter gefragt, etwas ernüchtert).

Und das Witzigste? Manchmal ging ich nachmittags im Van schlafen, in voller Sonne geparkt, weil es dort wärmer war als in der Wohnung. Eine Blase, die den kleinsten Strahl einfängt, gegen alten Stein, der die Kälte hält… kein Vergleich. Merk dir also dieses Paradox: Wenn du Angst hast, im Van an der Algarve im Winter zu frieren, wisse, dass du drinnen, in der Sonne, immer wärmer sein wirst als in einer alten Wohnung. Und wenn du Kälte und Feuchtigkeit im Van selbst in den Griff bekommen willst, steckt alles in unserem Ratgeber, wie man im Wohnmobil im Winter lebt.

Clever überwintern vor Ort: Plätze, Atmosphäre und Budget

Bist du erst mal unten, ändern ein paar einfache Gewohnheiten alles. Für Spots fahren wir auf Park4night und Caramaps, aber im Winter lies immer die neuesten Kommentare: Manche Plätze schließen, andere werden nach Regen zum Morast. In Spanien ist Wildcampen verboten, aber Parken bleibt toleriert, solange du keine Markise und keine Auffahrkeile ausfährst (prüf es Gemeinde für Gemeinde, Málaga zum Beispiel ist streng). Unsere besten Ecken haben wir im Beitrag wo man auf einer Reise schläft gesammelt.

Ein Wort zur Atmosphäre, denn die überrascht am meisten. Auf den Komfort-Stellplätzen triffst du diese berühmte kleine Welt der Überwinterer, Deutsche, Briten, Niederländer, die sich Jahr für Jahr wiedersehen. Aber fahr zu den Surfspots, und da ist kein Rentner mehr in Sicht: junge, nomadische Crowd, Bretter auf dem Dach. Je nachdem, welchen Winter du suchst, steuerst du nicht denselben Ort an. Wir pendeln ganz gern zwischen beiden Welten (ein bisschen menschliche Wärme, ein bisschen Frische vom Ozean).

Zum Budget schließlich: Überwintern im Süden ist schlicht günstiger, Märkte und Restaurants in der Nebensaison zu milden Preisen, und ganzjährig geöffnete Plätze, die bei langen Aufenthalten die Preise senken. Ein kleiner Tipp übrigens, um ein paar Grad (und damit Energie) zu sparen: Stell dich an einen Waldrand, wenn du kannst. Eine CNRS-Studie hat gezeigt, dass Wälder im Winter 1 bis 2°C mehr halten. Das spart immer ein bisschen Heizung.

P.S.: Während du deine Fahrt in den Süden planst, behalt einfach meine größte Überwinter-Lektion im Kopf, die, die so manchen Nachmittag gerettet hat… ein Luftentfeuchter ist nicht nur in den Läden der Algarve nützlich. Los, lenk den Van Richtung Sonne, er hat sie sich auch verdient.