Wir haben zwei Kameras wirklich in unserem Hymer genutzt: die Argus 2E und danach die Argus 3 Pro. Beide hat Reolink aus dem Sortiment genommen. Die Frage nach einem Ersatz bekommen wir regelmäßig gestellt, und seit zwei Jahren hatten wir darauf keine Antwort. Als die 3 Ultra bei uns ankam, ging es deshalb vor allem darum, ob sie deren Nachfolge wirklich antreten kann.
Ich möchte gleich klarstellen, worum es hier geht, denn ich mag keine Tests, die mehr vorgeben, als tatsächlich ausprobiert wurde. Reolink hat uns die Kamera für einen bestimmten Einsatz geschickt: die Überwachung des Innenraums eines Wohnmobils. Ich habe sie zu Hause ausgepackt und mit dem Home Hub verbunden. Danach ging es vor allem in Édouard, denn dort musste sie sich bewähren. Hier bekommst du beides: das Unboxing mit seiner unangenehmen Überraschung und den Einsatz im Fahrzeug mit den Antworten, die der Test geliefert hat, und den Fragen, die offenbleiben. Keine erfundenen Akkulaufzeitmessungen, keine Erfahrungen, die ich nicht selbst gemacht habe.
Warum diese und nicht eine andere
Unsere bewährte Lösung für die Überwachung des Fahrzeuginnenraums war die Reolink Argus 2E, später die Reolink Argus 3 Pro. Zwei winzige, akkubetriebene Kameras, die wir im geparkten Fahrzeug angebracht und vor der Fahrt wieder abgenommen haben. Dann verschwanden sie aus dem Sortiment, und plötzlich empfahlen wir Produkte, die niemand mehr kaufen konnte. Ärgerlich, aber genau das war der Anlass für diesen Artikel.
Die 3 Ultra ist ihre direkte Nachfolgerin. Dabei sollten wir ehrlich sagen, was sie zusätzlich bietet, denn das Marketing lässt leicht einen anderen Eindruck entstehen. Infrarot-Nachtsicht hatten schon die Vorgängerinnen: Die 2E hatte 4 LEDs mit 850 nm und 10 Metern Reichweite, die 3 Pro hatte 6. Die 3 Ultra hat ebenfalls 6, weiterhin mit 850 nm und 10 Metern Reichweite. Die Infrarotfunktion ist also keine Neuerung, anders als bei anderen Modellen der Reihe, bei denen Reolink darauf verzichtet und nur noch auf Scheinwerfer setzt.
Was sich wirklich ändert, ist die Auflösung: von 1080p bei der 2E auf 3840 mal 2160 Pixel, also 8 Megapixel. Dazu kommt WLAN, das neben 2,4 GHz endlich auch 5 GHz unterstützt. Der Preis dafür ist das Gewicht: 335 Gramm gegenüber einer 2E, deren Gewicht kaum auffiel. Das ist eine ehrlichere Einordnung als eine Tabelle, die dir sechs neue Funktionen verkaufen will, obwohl fünf davon schon vorhanden waren.
Was im Karton steckt
Wenn du schon ein paar Reolink-Kartons in der Hand hattest, erkennst du sie, bevor du den Modellnamen liest: alles in Blau, der Farbe des Logos. Beim Auspacken gibt es also wenig Überraschungen. Das ist kein Vorwurf, sondern ein Wiedererkennungsmerkmal.
Oben liegen zunächst die Unterlagen in einem kleinen Pappumschlag: Handbuch, Anleitungen und Aufkleber wie „Achtung, Ihr Fahrzeug wird überwacht“. Du kannst dir denken, dass das nicht der spannendste Teil ist. Danach kommen die Kamera, das von Reolink mitgeschickte Solarpanel und vor allem die verschiedenen Befestigungsmöglichkeiten, bei denen sich ein genauerer Blick lohnt.
Es gibt nämlich Halterungen zum Anschrauben und solche, die ohne Schrauben auskommen. Das ist praktisch, wenn du keine Löcher bohren möchtest, weder in Möbel noch in eine Hauswand oder in den Innenraum deines Wohnmobils. Bohren ist in einem ausgebauten Fahrzeug keine Kleinigkeit: Es betrifft Garantie, Dichtigkeit, Dämmung und Wiederverkaufswert. Eine Befestigung mit Gurt ohne Bohren ist deshalb ein echtes Kaufargument, nicht bloß eine nette Zugabe.
Erster Eindruck: Größe und Gehäuse
Mein erster Eindruck beim Herausnehmen: Ganz winzig ist sie nicht. Sie ist größer als eine Argus 2E und liegt eher auf dem Niveau der 3 Pro. Vor allem ist sie deutlich kleiner als die Altas. Im Wohnmobil geht es dabei weniger um die Optik als darum, sie überhaupt unterzubringen, ohne dass sie im Weg ist.
Wir haben vier Kameras nebeneinander auf den Schreibtisch gestellt. Die Größenabstufung ist eindeutig: zuerst die Argus MagiCam, direkt dahinter die 3 Ultra. Etwas größer und ungefähr gleich groß sind die Altas und die 4 Pro. Die ersten beiden passen klar zum Einsatz im Fahrzeug. Die anderen beiden können dort durchaus aushelfen, wurden aber nicht dafür entwickelt.
Auf der Vorderseite sitzen das von Infrarot-LEDs umgebene Objektiv, das Mikrofon und darunter eine kleine Halbkugel, mit der ich zunächst nichts anfangen konnte. Dahinter steckt der PIR-Bewegungssensor mit einstellbarer Reichweite von bis zu 10 Metern und einem Erfassungswinkel von 100 Grad. Das ist also kein Zierelement, sondern beeinflusst direkt, wo du die Kamera aufstellen solltest.
Das Design bleibt markentypisch: schlank und weiß, mit einem Unterschied. Der Kunststoff ist glänzend statt matt. Ich frage mich, ob die Kamera dadurch im Sonnenlicht stärker auffällt als mit einer satinierten Oberfläche. Hinter einem Wohnmobilfenster stellt sich die Frage noch einmal anders. Eine Antwort habe ich darauf noch nicht; das muss sich im Einsatz zeigen.
Speicherbedarf: die Zahl, die wir tatsächlich berechnen können
Die Kamera unterstützt microSD-Karten bis 512 GB und zeichnet bei Ereignissen auf, nicht durchgehend. Zur Einordnung: Reolink nennt keine konkrete Laufzeit für den 21,6-Wh-Akku, sondern verweist auf Einstellungen, Nutzung und Temperatur. Ich werde dir deshalb keine Zahl ausdenken. Wir messen die Laufzeit im Fahrzeug und veröffentlichen sie zusammen mit den Testbedingungen.
Den Speicherbedarf können wir dagegen anhand der offiziellen Angaben berechnen: 4K mit H.265, 15 Bilder pro Sekunde und eine variable Bitrate zwischen 1024 und 4096 kbit/s, standardmäßig 3072 kbit/s. So kannst du abschätzen, wie lange deine Karte reicht, bevor die ältesten Aufnahmen überschrieben werden.
Reolink nennt keine konkrete Akkulaufzeit. Den Speicherbedarf können wir jedoch anhand der offiziellen Kameradaten berechnen: 4K mit H.265, 15 Bilder pro Sekunde, standardmäßig 3072 kbit/s und ereignisgesteuerte Aufnahmen. Wähle deine Kartengröße und die Anzahl der Auslösungen.
Einrichtung und das Kabel, das mich aufgehalten hat
Ich habe zu Hause einen Home Hub und wollte die Kamera damit verbinden. Wir starten die App, fügen ein neues Gerät hinzu und scannen den QR-Code auf der Kamera. Die App fragt, ob wir sie über einen Home Hub oder direkt verbinden möchten. Danach erscheint ein QR-Code auf dem Handy, den wiederum die Kamera scannt. So werden beide gekoppelt, und das hat auf Anhieb funktioniert.
Vorher musste ich allerdings ein unerwartetes Problem lösen. Ich schloss die Kamera mit meinem üblichen USB-C-auf-USB-C-Kabel an, mit dem ich sonst alles lade. Nichts passierte, die Kamera ging nicht an. Erst mit dem mitgelieferten Kabel, USB-A auf der einen und USB-C auf der anderen Seite, ließ sie sich starten. Ich glaube, das ist mir nicht zum ersten Mal passiert: Reolink-Kameras mögen offenbar ihre eigenen Kabel.
Zwei weitere Stolpersteine: Die Töne der Kamera beim Koppeln sind sehr, sehr laut. Damit rechnet man nicht. Und damit die Kamera den QR-Code auf deinem Handy erkennt, muss der Bildschirm hell genug sein: Dreh die Helligkeit vorher ganz auf, sonst kann es dauern.
Mein Eindruck von der Einrichtung lässt sich deshalb genauer beschreiben als mit „hat auf Anhieb funktioniert“. Reolink-Geräte einzurichten ist nicht extrem kompliziert, setzt aber ein Mindestmaß an technischem Verständnis voraus. Mit einem vorhandenen Home Hub ist es einfach: Du richtest den Hub einmal ein, danach lassen sich weitere Geräte leicht hinzufügen. Die direkte Verbindung über Handy und Router finde ich weniger selbsterklärend. Im Wohnmobil ohne fest eingebauten Hub ist aber genau das der Weg, den du nehmen wirst.
Was du in der App einstellen kannst
Es gibt viele Einstellungen, und das ist eine Stärke von Reolink: Erkennung, Einbruchmeldungen, Bildqualität, Audio, Wasserzeichen, Beleuchtung, Sirenenton und sogar Zeitraffer, falls du Sonnenuntergänge vom Fahrzeug aus festhalten möchtest. Ja, eine Überwachungskamera für Sonnenuntergänge ist zweckentfremdet, aber verlockend ist es trotzdem.
Für die Überwachung sind zwei Einstellungen besonders wichtig. Die erste sind Meldungen, die zwischen verschiedenen erkannten Objekten unterscheiden: Menschen, Fahrzeuge und Tiere, dank der integrierten KI. Im geparkten Fahrzeug erspart dir der Personenfilter vierzig unnötige Meldungen pro Nacht und verhindert, dass du die Benachrichtigungen irgendwann ganz abschaltest. Die zweite betrifft Reolink-Meldungen, die auch im „Nicht stören“-Modus durchkommen. Wenn du im Wohnmobil schläfst, kann das darüber entscheiden, ob du gewarnt wirst.
Am liebsten mag ich bei dieser Marke das Zusammenspiel der Geräte und Programme. Die Handy-App ist gut gemacht. Den entscheidenden Unterschied macht für mich aber die macOS-Anwendung: Sie verbindet sich mit dem Home Hub, bündelt alle Geräte und vermittelt das Gefühl einer digitalen Rekorderanlage zu Hause, ohne deren Preis. Dafür sind Hub und Software wirklich gut. Eine Einschränkung gehört allerdings dazu: Das setzt einen festen Standort zu Hause voraus. Unterwegs nutzt du stattdessen die Handy-App und die microSD-Karte.
Wie schlägt sie sich im Wohnmobil?
Dieser Teil hat mich besonders interessiert. Die Kamera kam in Édouard und musste mit den tatsächlichen Bedingungen zurechtkommen: einer leichten Trennwand, Vibrationen, keinem Internet-Router und geschlossenen Verdunkelungen. Ich habe alles gefilmt; du siehst es im Video oben im Artikel.
Sie passt auf die Argus-2E-Halterung, ohne ein neues Loch
Das war die erfreuliche Überraschung und genau das, was ich mir von der zuvor erwähnten Nachfolgerin erhofft hatte. Im Wohnmobil war bereits eine Argus-2E-Halterung montiert, die erst für die 2E und später für die 3 Pro diente. Ich habe die 3 Ultra daraufgeschraubt, und es hat problemlos funktioniert. Die Halterung passt zu allen drei Kameras, deshalb musste ich nicht bohren.
Das ist in einem ausgebauten Fahrzeug ein echter Vorteil. Wenn du bisher eine 2E oder 3 Pro hattest und einen Ersatz suchst, kannst du die neue Kamera auf die vorhandene Halterung setzen. Das Gewinde ist außerdem gleich oder praktisch gleich wie bei Kamerastativen, etwa dem, auf dem die Kamera steht, die mich filmt. So lässt sich auch die Fotoausrüstung nutzen, die ohnehin im Van liegt. Wenn du gar nichts anschrauben möchtest, gibt es den Gurt, den du um einen Balken legen kannst. Das habe ich bereits im Keller und hier im Wohnmobil gemacht.
Beim Parken: ja. Während der Fahrt: nein.
Eine Regel ist mir wichtig, denn hier liegt die eigentliche Schwäche dieser Kamera im Fahrzeugeinsatz. Sie ist etwas schwerer als die 3 Pro und die MagiCam. Deshalb empfehle ich, sie vor der Fahrt von der Wandhalterung abzunehmen. Im geparkten Fahrzeug ist das kein Problem, dort bewegt sie sich nicht. Auf der Straße können Gewicht und Vibrationen der Trennwand mit der Zeit zusetzen.
Vibrationen sind im Wohnmobil ein Dauerthema: Alles bewegt sich, und Schraubverbindungen müssen irgendwann nachgezogen werden. Deshalb bringst du die Kamera beim Parken an und nimmst sie vor der Fahrt wieder ab. Mit der Schraubhalterung dauert das zehn Sekunden und hält dich kaum auf. Platziere sie am besten in einer Ecke des Innenraums statt mitten an einer Seitenwand: Von der Ecke aus erfasst ihr Bildwinkel fast das gesamte Fahrzeug, von der Seitenwand aus deutlich weniger.
Das bisher schönste Reolink-Bild, mit leichter Randverzerrung
Beim Test ist es 13:16 Uhr, es ist Tageslicht, und das Bild sieht wirklich gut aus. Die 4K-Auflösung ist erkennbar, und ich erinnere mich nicht an ein ebenso gutes Bild bei den anderen Reolink-Kameras, die ich bisher in der Hand hatte.
Eine Einschränkung fällt mir allerdings auf, die nicht im Datenblatt steht: Das Bild wirkt an den Seiten leicht gewölbt. Im Grunde eine tonnenförmige Verzeichnung. Das hindert die Überwachungskamera nicht daran, ihren Zweck zu erfüllen; wir drehen schließlich keinen Film. Ich erwähne es trotzdem lieber, als ein vollkommen unverzerrtes Bild zu versprechen.
Auch zur Bildrate noch ein Wort, denn „4K“ weckt leicht falsche Erwartungen: Das ist keine Kamera für Videoaufnahmen von dir selbst. Die Bildrate ist bewusst niedrig gehalten, damit der Akku lange durchhält.
Nachts bei geschlossenen Verdunkelungen funktioniert das Infrarot
Für den Test, der mich besonders interessierte, habe ich mitten am Nachmittag alle Verdunkelungen geschlossen, um einen vollständig abgedunkelten Innenraum nachzustellen. Nur ein schmaler Lichtstrahl kam noch durch, und das reichte aus, damit die Kamera in den Nachtmodus wechselte. Details bleiben erkennbar, mein Gesicht ist deutlich zu sehen, auch wenn ich weiter zurücktrete.
Genau hier zeigt sich der Nutzen von Infrarot. Das ist der Hauptgrund, weshalb ich diese Kamera empfehle. Eine Kamera mit Scheinwerfern beleuchtet nachts den Innenraum deines Wohnmobils, während du weg bist. Ist es draußen dunkel und drinnen hell, lässt sich von außen direkt hineinsehen. Und dabei würde sichtbar, dass niemand da ist. Für eine Überwachungskamera ist das ziemlich genau das Gegenteil des gewünschten Effekts.
Ohne Internetverbindung an Bord keine Warnung unterwegs
Dieser Punkt war mir von Anfang an besonders wichtig. Du brauchst im Wohnmobil unbedingt einen 4G-Router oder einen Starlink-Anschluss. Der Hotspot deines Handys reicht dafür nicht aus.
Warum? Weil die Kamera die Verbindung verliert, sobald du das Fahrzeug mit dem Handy verlässt, dessen Hotspot sie nutzt. Genau dann brauchst du die Verbindung aber. Die Kamera ist offline, und bei einem Einbruch bekommst du nichts davon mit. Mit einer eingesetzten microSD-Karte kannst du die Aufnahmen bei deiner Rückkehr ansehen. Das hilft möglicherweise schon für die Versicherung, aber im entscheidenden Moment kannst du nicht reagieren.
Wenn du noch keine dauerhafte Internetverbindung im Fahrzeug hast, fang damit an. Ohne Verbindung ist die Kamera ein Rekorder, dessen Aufnahmen du erst hinterher ansiehst. Zu Hause stellt sich die Frage anders, denn dort baut der Home Hub das Kameranetzwerk selbst auf.
Ja, sie lädt auch an den USB-Anschlüssen im Wohnmobil
Nach dem Kabelproblem zu Hause war das meine große Sorge. Jetzt kann ich sie ausräumen: Das Laden an den USB-Anschlüssen des Wohnmobils funktioniert. Natürlich mit dem Originalkabel, daran hat sich nichts geändert. Im Wohnmobil gibt es oft USB-Anschlüsse am 12-V-Netz, um kleine Geräte ohne Wechselrichter zu versorgen. Damit kommt die Kamera gut zurecht.
Für den mobilen Einsatz ist das entscheidend. Hätte es nicht funktioniert, müssten wir zum Aufladen der Überwachungskamera nach Hause fahren. Das wäre ziemlich absurd. So bleibt die Kamera im Fahrzeug und wird auch dort geladen.
Verdient sie einen Platz in deinem Wohnmobil?
Ja, und dafür sind nicht die technischen Daten entscheidend. Sinnvoller als der Vergleich mit anderen Kameras ist der Vergleich mit dem, was sie schützen soll. Was du im Wohnmobil zurücklässt, wenn du ins Restaurant gehst, dürfte oft deutlich mehr wert sein als die Kamera. Aus dieser Perspektive halte ich sie für eine wichtige Anschaffung.
Dazu kommt ein zweiter Einsatz, der für viele interessant ist: ein Haustier im Blick zu behalten, das im Fahrzeug bleibt. Darüber haben wir schon bei der MagiCam gesprochen. Hier ist der Nutzen derselbe.
Wenn du zwischen den beiden schwankst, würde ich die Entscheidung so einordnen: Die MagiCam ist noch günstiger und für den Fahrzeugeinsatz konzipiert, aber sie bleibt eher eine Kamera für gelegentliche Einsätze. Bei der Bildqualität wirkt die 3 Ultra auf mich etwas professioneller. Ihr Vorteil ist, sowohl zu Hause als auch im Fahrzeug einsetzbar zu sein. Das zählt mehr, als du vielleicht denkst: Wenn du mit dem Wohnmobil losfährst, möchtest du meist auch dein Zuhause im Blick behalten. Suchst du bei knappem Budget eine Kamera speziell fürs Fahrzeug, greif zur MagiCam. Soll sie je nach Jahreszeit beide Aufgaben übernehmen, greif zur 3 Ultra.
Eine Frage bleibt offen, und die möchte ich am Seitenende nicht verstecken: Wie viele Tage hält der Akku tatsächlich durch, wenn die Kamera ein geparktes Fahrzeug überwacht? Reolink nennt keine konkrete Zahl, und ich werde mir keine ausdenken. Eine ordentliche Messung bedeutet, die Kamera mehrere Tage laufen zu lassen und dabei Auslösungen und Temperatur zu dokumentieren. Das fehlt in diesem Test noch. Ich ergänze das Ergebnis hier zusammen mit den Bedingungen, denn ohne sie ist eine Laufzeitangabe wertlos.
Häufige Fragen zur Argus 3 Ultra
Ersetzt die Argus 3 Ultra wirklich die Argus 3 Pro?
Auf dem Papier ja. Sie ist die direkte Nachfolgerin und behält das gleiche Format bei. Statt der 5 MP der 3 Pro bietet sie 4K und zusätzlich 5-GHz-WLAN. Die Infrarot-Nachtsicht bleibt identisch: 6 LEDs mit 850 nm und 10 Metern Reichweite, dieselben Werte wie bei der Vorgängerin. Das Gewicht steigt um 5 Gramm von 330 auf 335 Gramm. Sie ist also tatsächlich die Nachfolgerin, mit Verbesserungen bei Auflösung und Netzwerk, nicht bei der Nachtsicht.
Warum lädt mein USB-C-Kabel die Kamera nicht auf?
Das war die unangenehme Überraschung bei unserer Einrichtung. Die Kamera hat zwar einen USB-C-Anschluss, aber unser handelsübliches USB-C-auf-USB-C-Kabel versorgte sie überhaupt nicht mit Strom. Erst mit dem mitgelieferten Kabel, USB-A auf der einen und USB-C auf der anderen Seite, ließ sie sich starten. Ob das am speziellen Reolink-Kabel oder an unserem Kabel lag, wissen wir noch nicht: Wir haben nur ein eigenes Kabel getestet. Bewahre deshalb vorerst das Originalkabel bei der Kamera auf, besonders unterwegs.
Brauchst du einen Home Hub für die Kamera?
Nein, aber er macht vieles einfacher. Die App unterstützt die Einbindung in den Home Hub direkt. Bei uns funktionierte die Kopplung auf Anhieb. Mit Hub werden die Aufnahmen dort gespeichert, und die microSD-Karte ist optional. Ohne Hub verbindest du die Kamera direkt über den Router. Das ist der weniger selbsterklärende der beiden Wege. Im Wohnmobil ohne Hub an Bord wirst du genau diesen Weg nutzen.
Ist das 4K dieser Kamera echtes 4K?
Bei der Auflösung ja: 3840 mal 2160 Pixel, also 8 Megapixel im Format 16:9. Für besonders flüssige Videos ist sie dagegen nicht gedacht: Sie liefert 15 Bilder pro Sekunde. Um jemanden auf einer Überwachungsaufnahme zu erkennen, reicht das gut aus. Eine bewegte Szene wie mit einer Videokamera zu filmen, ist nicht ihr Zweck. Das solltest du wissen, bevor du sie in der Erwartung flüssiger 4K-Videos kaufst.
Ist das mitgelieferte Solarpanel im Wohnmobil sinnvoll?
Ehrlich gesagt nein. Ein Wohnmobil erzeugt bereits selbst Strom und hat oft ein eigenes Solarpanel auf dem Dach. Ein zusätzliches kleines Panel an die Karosserie zu kleben, nur um eine Kamera zu versorgen, ergibt für mich wenig Sinn. Das Solarpanel im Paket richtet sich eher an den stationären Einsatz draußen am Haus. Im Fahrzeug kommt der Strom über die USB-Anschlüsse an Bord und zwischen den Ladevorgängen aus dem internen Akku.
Reichen 105 Grad Sichtfeld für den Innenraum?
Ja, wenn die Kamera in einer Ecke sitzt. Von der Ecke eines rechteckigen Raums aus reichen 90 Grad, um von einer Wand bis zur anderen zu sehen. Die Kamera bietet 105 Grad horizontal und 125 Grad diagonal. Sitzt sie dagegen mittig an einer Wand, bleibt die Hälfte des Fahrzeugs außerhalb des Bildes. Das ist kein Kamerafehler, sondern eine Frage der Platzierung.
Wäre ein größerer Bildwinkel besser?
Nicht unbedingt, das haben wir bei der 4 Pro gemerkt. Sie erfasst 180 Grad, liefert aber 5120 mal 1440 Pixel im Format 32:9. Das Bild ist sehr breit und flach, auf dem Handy dadurch schwer zu überblicken. Die Argus 3 Ultra bleibt bei 16:9. Damit ist ihr Bild auf dem Bildschirm, auf dem du deine Meldungen tatsächlich prüfst, gut erkennbar. Entscheidend ist nicht allein der Winkel, sondern was du auf deinem Handy erkennen kannst.
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